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Berichte 2007
Rundstreckenrennen Dijon (F)
7. und 8. April 2007
Das Osterrennen in Dijon ist immer der Auftakt in die neue Rennsaison. Bei freundlichem und warmem Wetter konnte eine von der Equipe Bernoise wiederum vorbildlich organisierte Veranstaltung durchgeführt werden.
Herzlichen Dank an alle Helferinnen und Helfer!
Leider waren von den 22 eingeschriebenen Fahrern nur gerade deren 12 für die beiden Eröffnungsrennen in Dijon gemeldet. Für Schweizer Verhältnisse ist dies aber immer noch ein grosses Starterfeld. Da der alte Renault Clio jetzt zum Classic Cup zählt, könnte man meinen, dass das fahrerische Niveau nicht mehr so hoch ist. Weit gefehlt, denn mit Christof Stadler und Pascal Bron sind absolute Top-Fahrer im Feld dabei. Christof Stadler beendete die letztjährige Meisterschaft in der Speed Trophy immerhin auf Rang 2.
Rennen 1
Leider musste ich ohne grosse Tests ins erste Quali steigen. Ich konnte dabei die drittschnellste Zeit erzielen, obwohl mir auf die Spitze rund 1 Sekunde fehlte.
Der Start zum ersten Rennen verlief nicht ganz optimal und ich musste einen Platz an Marcel Wolf abgeben. Über die ganze Renndistanz versuchte ich einen Podestplatz zu erkämpfen. Marcel und ich lieferten uns ein hartes, aber stets faires Rennen.
Mit einer guten kämpferischen Leistung konnte Marcel den dritten Platz verteidigen – Gratulation! – und ich musste mich mit dem vierten Platz zufrieden geben. Gewonnen wurde dieser erste Lauf von Christof Stadler vor Pascal Bron.
Rennen 2
Im Quali für das zweite Rennen fuhr ich abermals den dritten Startplatz heraus, diesmal jedoch nur noch mit minimalem Rückstand auf die beiden Piloten vor mir. Früher war ich bekannt als guter Starter. Also warum heute nicht?
Die roten Lichter an der Startampel erloschen und ich kam wieder einmal super gut weg. Sofort konnte ich in Führung gehen, ging in der Startkurve jedoch kein Risiko ein, weil ich dort im letzten Jahr viele Positionen einbüssen musste.
Pascal Bron konnte mich innen überholen und ich kam nach einer Runde auf dem zweiten Zwischenrang bei Start und Ziel vorbei. Im Verlauf des Rennens überholte mich auch noch Christof Stadler, so dass ich das Rennen hinter Christof (1.) und Pascal (2.) auf dem guten dritten Podestplatz beenden durfte.
Mit sportlichen Grüssen
Philipp Krebs 858
Bergrennen Reitnau
1. Juli 2007
Das Bergrennen von Reitnau ist eines der „coolsten“ Rennen in der Schweiz. Da kann ich dem Veranstalter und seinen Helfern ein grosses Kompliment machen. Ein Kompliment gebührt auch den 12'000 Zuschauern. Es herrschte zeitweise eine Stimmung wie in einem Fussballstadion, was für uns Fahrer einfach „mega …“ war.
Nun zu mir. Es war das erste Bergrennen in dieser Saison und zum ersten Mal hatten wir echte Bergpneus von Pirelli. Ich war sehr gespannt, wie viel „Grip“ diese Pneus aufbauen werden.
Mit 18 Clios waren wir eines der grössten Felder. Dass ich gerne Bergrennen fahre, konnte ich im ersten Training beweisen, in welchem ich die schnellste Zeit erzielte. Im zweiten Training reichte es für den zweiten Platz. Die tatsächlich sehr viel Haftung aufbauenden Reifen überzeugten mich. Bleibt zu hoffen, dass die Reifen bei längeren Strecken (z. B. Ayent- Anzère) und heissem Sommerwetter nicht allzu extrem abbauen werden.
Mit einer Länge von 1600 Metern ist Reitnau eine sehr kurze Bergrennstrecke. Dass deshalb die Zeitabstände sehr gering werden würden, war schon von Anfang an klar. Nach dem ersten Rennlauf lag ich mit 0.26 Sekunden Rückstand auf Position 3. Mein Vorsprung auf den 4. Rang betrug nur gerade 0.15 Sekunden. Für den zweiten Rennlauf war Spannung pur angesagt. Mir gelang ein guter zweiter Lauf, aber um zu gewinnen eben nicht gut genug. Mit einem Rückstand von insgesamt 0.35 Sekunden konnte ich den dritten Rang heraus fahren. Damit kann ich gut leben!
Gewonnen hat René Laubscher mit einem Vorsprung von 0.12 Sekunden vor Pascal Bron. Herzliche Gratulation!
Das nächste Bergrennen im Renault Classic Cup findet in Ayent-Anzère VS statt und ich freue mich schon jetzt darauf!
Mit sportlichen Grüssen
Philipp Krebs 858
Bergrennen Ayent-Anzère
Das Bergrennen von Ayent-Anzère ist eines der schönsten und anspruchvollsten Bergrennen in der Schweiz. Mir gefällt dieses Rennen sowieso, weil ich meistens mit einem guten Rang nach Hause zurückkehren darf. An dieser Tatsache wollte ich eigentlich auch nichts ändern.
Mit 17 Renault Clio Piloten hatten wir ein grosses Feld. Dass es da wieder sehr eng werden wird, war vorauszusehen. Gespannt war ich auch auf den Zeitvergleich gegen den neuen teuren Cup Clio.
In Anzère ist es schon Tradition, dass Markus Müller (Müku) und ich die Strecke am Freitag jeweils ablaufen und die Strecke sehr genau studieren. Um an den Start zu kommen, brauchen wir zwei den jährlichen „ultimativen Kick“, indem wir Autostop machen. Dieses Jahr mussten wir uns wieder etwas gedulden, bis uns jemand zum Start hinunter chauffierte. Für mich ist es wichtig, die Strecke abzulaufen. Das mache ich bei jedem Bergrennen so.
Das erste Training am Samstag fand bereits um 07:40 Uhr statt. Mit der drittschnellsten Zeit war ich zufrieden. Im zweiten Training konnte ich in unserem Feld die Tagesbestzeit fahren. Diese Zeit wurde im dritten Training nicht mehr unterboten, womit ich als Trainingssieger feststand.
Sonntags klingelte der Wecker bereits um 05:45 Uhr, um für den ersten Rennlauf um 07:00 Uhr bereit zu sein. Es war mir bewusst, dass der erste Rennlauf entscheidend sein kann. So früh am Morgen – bei kühlen Temperaturen – hat der Motor gute Leistung. Aber wie sieht’s mit dem „Grip“ auf kaltem Asphalt aus???
Mit etwas Glück im „Dörfli“ konnte ich mit 1:54:98 die Führung mit 0.2 Sekunden Vorsprung auf Christof Stadler übernehmen. Auf diese Zeit bin ich ein bisschen stolz. Mit einem Cup Clio konnte bis jetzt nur ein Fahrer eine 1:54er Zeit fahren. Und das war der Speed Trophy Sieger von 2005, Frédéric Yerly.
Aus insgesamt drei Rennläufen werden die zwei besseren Zeiten gewertet. Im zweiten Lauf um 09:00 Uhr wollte ich die Sache regeln und ging wahrscheinlich etwas übermotiviert ans Werk. Im unteren Teil unterlief mir ein kleiner Fehler und im „Dörfli“ kam dann noch eine 2-Rad-Einlage dazu. Dadurch musst ich ein wenig Gas wegnehmen und verspielte so den Sieg. Im dritten Lauf fuhr ich zu verhalten, so dass ich das Rennen mit 0.24 Sekunden Rückstand auf Christof Stadler auf dem zweiten Schlussrang beenden konnte. Guter Dritter wurde Marcel Wolf.
Einerseits bin ich über den verpassten Sieg enttäuscht, andererseits bin ich aber glücklich, dass ich dieses Jahr in Anzère der schnellste Cliofahrer sein durfte …
Im Zeitvergleich mit dem neuen Clio waren Christof Stadler und ich an diesem Berg übrigens schneller. Teurer ist also nicht = schneller.
Mit sportlichen Grüssen
Slalom Interlaken
In der Cup-Wertung steht jeweils auch ein Slalom auf dem Programm, welcher dieses Jahr in Interlaken ausgetragen wurde – für mich also sozusagen ein Heimrennen. Ich war sehr gespannt über den Verlauf und den Ausgang des Rennens. Vor zwei Jahren konnte ich den Cup-Slalom in Ambri gewinnen. Letztes Jahr in Frauenfeld hingegen hatte ich jämmerlich versagt.
Im Classic-Cup hat es viel mehr Slalom-Spezialisten, als in der Speed Trophy. Was erwartete mich in Interlaken?
Über fehlende Motivation konnte ich mich jedenfalls nicht beklagen, belegte ich in Reitnau doch Rang 3 und in Anzère verpasste ich vor einer Woche nur knapp den Sieg. Leider gab es noch ein kleines Problem. Nicht ganz üblich ist, dass im Wettkampfreglement zwei verschiedene Gummimischung von Pirelli (D5 / D7) erlaubt sind. Das Wetter war sehr schön und warm, so dass man den D5 hätte montieren müssen. Leider war der D5 kaum erhältlich, so dass die meisten Fahrer – mich eingeschlossen – den D7 aufziehen mussten. Der eine oder andere Pilot hatte noch D5 auftreiben können, so auch der Slalomspezialist René Laubscher. Im Training spürte man sehr gut, wie der D7 gegen Schluss relativ stark abbaute. So war es nicht verwunderlich, dass René Laubscher im Training den „Lead“ für sich beanspruchte. Immerhin konnte ich die zweitschnellste Zeit fahren und für das Rennen arbeitete ich folgenden Plan aus, um vorne mitmischen zu können: in der ersten Rennhälfte Reifen möglichst schonen und gegen Schluss noch richtig attackieren.
Der Plan ging voll auf. Mit 0,8 Sekunden Vorsprung auf René Laubscher übernahm ich im ersten Lauf die Führung. Im zweiten Lauf konnte ich meine Zeit nicht mehr verbessern, so dass René mir noch bedrohlich nahe kam. Trotzdem konnte ich mich gegen ihn durchsetzen und den Slalom von Interlaken mit meinem besseren ersten Lauf und 0,11 Sekunden Vorsprung für mich entscheiden.
Wiederum ein super Rennen fuhr Marcel Wolf, welcher den dritten Platz belegte (Zitat Automobil Revue: „Als Dritter zeigte Marcel Wolf zum wiederholten Male, dass man seinen zweiten Frühling auch mitten im Sommer haben kann.“) - Gratulation!
Mit 17 Fahrern waren wir an diesem Rennen wieder eines der grössten Felder. So macht die Rennfahrerei echt Spass!
Mit sportlichen Grüssen
Philipp Krebs 858
Bergrennen Gurnigel
8./9. September 2007
Für mein Heimrennen am Gurnigel hatte ich nur ein Ziel: den Sieg! Dass es kein Honig lecken werden wird, war mir von Anfang an klar (um Honig zu lecken, muss ich ja schliesslich auch nicht an den Gurnigel gehen).
Um das Wetter mussten wir uns keine Sorgen machen. Es war – auch zum Glück für die ganze Veranstaltung – das ganze Wochenende schön und machte den ganzen Anlass zu einem „geilen“ Event! An dieser Stelle allen Helferinnen und Helfern ein grosses „MERCI“ für das super Gelingen!
Bei über 10'000 Zuschauern musste man sich über genügend Motivation aller Beteiligten auch keine Sorgen machen. Es war eine wirklich „mega“ Stimmung.
Nun zu mir. Am Samstag hatten wir drei Trainingsläufe. Am Morgen war es noch sehr kalt, so dass man noch nicht mit super Grip und schnellen Zeiten rechnen konnte. Aber Spass machte es trotzdem, konnte man doch zwischendurch auch ein wenig driften. Der Streckenrekord von 2:15.00 aus dem Jahr 2004 war immer noch auf Daniel Hadorn gebucht. Nach den drei Trainingsläufen konnte man ahnen, dass Christoph Stadler und ich die besten Chancen auf den Rennsieg und einen neuen Streckenrekord hatten. Christoph unterbot die Zeit für den Streckenrekord bereits im dritten Trainingslauf mit 2:14.93. Weil es sich aber um eine Trainingszeit handelte, wurde sie nicht als Streckenrekord gewertet. Mit 2:15.10 im dritten Lauf war auch ich bereits nahe an der Rekordzeit. Mit dieser Zeit belegte ich den zweiten Trainingsplatz, womit ich gut leben konnte.
Für den Rennsonntag war also Hochspannung angesagt.
Das Rennen mit einem Starterfeld von 17 Piloten wurde in drei Läufen ausgetragen, wovon dann die zwei schnelleren zählten. Mit 2:15.94 konnte ich am Sonntagmorgen die Führung übernehmen. Ich war mir aber bewusst, dass die anderen zwei Läufe schneller sein werden. Im Kopf jedenfalls stimmte es für mich. Im zweiten Lauf konnte ich dann gute 2:15.33 fahren. Was aber Christoph Stadler im zweiten Lauf vorführte, war schlicht eine Sensation. Es gelang ihm gemäss eigenen Aussagen und auch ganz offensichtlich ein absoluter Traumlauf und mit 2:13.76 übernahm er nicht nur die Führung, sondern unterbot auch den alten Streckenrekord deutlich. Vor dieser Leistung kann ich nur den Hut ziehen.
Jetzt hatte ich das Messer am Hals. Um zu gewinnen, musste mir auch ein solcher Traumlauf gelingen. Der Lauf war gut, aber leider nicht gut genug. Mit 2:14.93 konnte ich die „15er“ Marke zwar auch knacken, Christoph fuhr aber noch in 2:15.85 den Berg hoch und konnte das Rennen so mit 0.65 Sekunden Vorsprung auf meine Gesamtzeit für sich entscheiden. Am Hausberg von drei Läufen zwei zu gewinnen und dann gleichwohl „nur“ Zweiter werden ist schon hart, aber ich weiss damit umzugehen. Es war ein harter und spannender Kampf um den Sieg und ich gratuliere Christoph zu seinem Erfolg. Guter Dritter wurde Marcel Wolf. Am Samstag war er mit seiner Trainingsleistung überhaupt nicht zufrieden, aber am Sonntag konnte er sich dann noch richtig steigern. Auch Marcel gratuliere ich zu seiner guten Leistung.
Mit sportlichen Grüssen
Philipp Krebs 858

















